Dipl.-Ing. Thomas Behra Unternehmensberatung

Verändere die Welt und fang bei Dir selbst an



Neuigkeiten


Zurück zur Übersicht

29.11.2013

ISO 9001: 2015 Update

Information vom 29.11.2013

ISO 9001: 2015 Update - Aktuelle Informationen zur Neuauflage der bekannten Qualitätsnorm
Es gibt neue Informationen zu den möglichen Inhalten der für das Jahr 2015 angekündigtenNeuauflage der Norm DIN EN ISO 9001:2015. Im Sommer 2013 hat das zuständige Komitee der Internationalen Organisation für Normung (ISO) ein erstes Diskussionspapier für die Version ISO 9001: 2015 vorgelegt, mit der der bekannte Qualitätsmanagement-Standard redigiert und aktualisiert werden soll. Die Zertifizierungsexperten der SGS-Gruppe Deutschland haben die wesentlichen Punkte und möglichen Anpassungen für Sie zusammengefasst.
Das am 3. Juni 2013 vorgelegte Diskussionspapier der ISO enthält vor allem mögliche neue oder überarbeitete Anforderungen an ein Detaillierte Informationen hinsichtlich der Auslegung der folgenden Anforderungen sowie entsprechende Leitlinien sind zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verfügbar.
„Wir gehen davon aus, dass es vor der Veröffentlichung des ersten formellen Entwurfs weitere Änderungen geben wird. Das Erscheinen der Vornorm, der sogenannte Draft International Standard – DIS – ist der derzeit für Juli 2014 geplant“, sagt Diana Lange, bei der SGS-Gruppe Deutschland verantwortlich für System- und Service-Zertifizierungen. „Der Entwurf des Komitees ist noch nicht die endgültige Fassung, er gibt aber Hinweise darauf, was die überarbeitete ISO-Norm enthalten könnte.“
DIN EN ISO 9001: 2015 – Mögliche neue QMS-Anforderungen im Überblick
◦ • Kompetenz Ein Unternehmen mit einem Qualitätsmanagement nach ISO 9001:2015 könnte künftig verpflichtet sein, Kompetenzen von Mitarbeitern zu definieren, deren Arbeit sich auf die Qualitätsleistung des Unternehmens auswirkt. Auch müssten sie ggf. nachweisen, dass die jeweiligen Mitarbeiter die definierten Qualifikationen auch tatsächlich besitzen.
◦ • Dokumentierte Information Die Begriffe „Dokument“ und „Aufzeichnung“, die in der ISO 9001:2008 verwendet werden, könnten in allen neuen Anforderungen durch die Formulierung „dokumentierte Information“ ersetzt werden.
◦ • Externe Bereitstellung von Waren und Dienstleistungen Ein Unternehmen, das eine ISO-Zerfizierung anstrebt, könnte künftig dazu angehalten sein, eine risikobasierte Vorgehensweise zur Bestimmung von Art und Ausmaß der Kontrollen zu verfolgen. Das Vorgehen müsste dann für alle Arten externer Anbieter – ganz gleich, ob es sich zum Beispiel um die Beschaffung bei einem Lieferanten oder um die Auslagerung von Verfahren und Aufgaben etc. handelt – sowie für jede externe Bereitstellung von Waren und Dienstleistungen geeignet sein.
◦ • Ausschlüsse Es könnte sein, dass es nach Aktualisierung der Norm nicht mehr erforderlich ist, QMS-Anforderungen zu bestimmen, die aufgrund der Art der Geschäftstätigkeit des Unternehmens nicht angewendet werden können (Absatz 1.2 der ISO 9001:2008).
◦ • Waren und Dienstleistungen Die Bezeichnung „Produkte“ aus der ISO 9001:2008 könnte zukünftig durch die Formulierung „Waren und Dienstleistungen” ersetzt werden.
◦ • Verbesserung In der Neufassung der ISO-Norm könnte nicht mehr von einer „kontinuierlichen Verbesserung“, sondern lediglich von einer „Verbesserung“ die Rede sein.
◦ • Interessierte Parteien / Stakeholder Ein Unternehmen, das ein QMS einführen will, sollte laut Diskussionspapier bestimmen, wer die “interessierten Parteien” im Hinblick auf sein QMS sind und definieren, welche Anforderungen diese interessierten Parteien stellen.
◦ • Vorbeugende Maßnahmen Besondere Anforderungen an das Thema “Vorbeugemaßnahmen” könnte es bald nicht mehr geben. Grund dafür ist, dass eines der Hauptziele eines QMS ohnehin das Vorbeugen von Qualitätsproblemen ist. 
◦ • Prozessorientierter Ansatz Es könnte gefordert werden, dass Unternehmen ihr QMS prozessorientiert aufbauen und Anforderungen an die wesentlichen Prozess-Elemente auflisten müssen.
◦ • Risiken und Chancen Bei der Planung eines QMS könnte es zukünftig notwendig sein, dass das Unternehmen Chancen und Risiken bestimmt, die es im Auge zu behalten gilt, damit das QMS seinen angestrebten Zweck erfüllt. Danach müsste das Unternehmen Maßnahmen zum Umgang mit diesen Chancen und Risiken planen, sie in das QMS-Verfahren einbinden und umsetzen sowie die Wirksamkeit dieser Maßnahmen bewerten.
◦ • Übergangsregelung Derzeit rechnen wir mit einer 3-jährigen Übergangsperiode von der ISO 9001:2008 auf die ISO 9001:2015. Dies muss jedoch noch formell ratifiziert werden.



Zurück zur Übersicht